Verlustschmierung

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Moderator: Argus2

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Horex
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Verlustschmierung

Beitrag von Horex »

Hallo Vorkriegs- und Verlustschmierungsspezialisten

ARIEL 1928, nun wird der Motor zusammengebaut. Der Zylinder ist gebohrt und gehont, der Kolben von "British Only" hat aber 2 Kolbenringe und einen Oelrücklaufring, ein Originalkolben war nicht aufzutreiben. Meine Frage; soll ich der Oelabstreifer weglassen oder montieren? Die Oelfördermenge kann mit einer Schraube reguliert und am Schauglas überwacht werden. Im weiteren weiss ich nicht, welches Oel zu empfehlen ist.

Vielen Dank für einen guten Typ, Gruss FAM-Bibkiothekar

Fredy

Harry Mischler
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Re: Verlustschmierung

Beitrag von Harry Mischler »

Hallo Fredy

Ich würde den Ölabstreifer montieren, dass ist ja die üblich Anordnung und wird sicher funktionieren. Als Öl nehme ich eine eher dickes Einbereichsöl SAE50 z.B. Midland Motorcycle50 SAE 50.
Die Menge der Tropfen ist ziemlich unterschiedlich. Ich würde mit einem Tropfen alle 6-8 Sekunden anfangen, nach 100km das Öl ablassen und die Menge messen. Mit der Zeit mutiger werden und den Abstand der Tropfen verlängern. Bin im Moment bei 20-30Sekunden! Optimal wäre es wenn soviel neues Öl dazu kommt wie der Motor im Betrieb verbraucht, aber da ist jeder Motor verschieden. Nicht vergessen nach dem Öl entleeren etwa einen halben Deziliter neues Öl wieder ins Kurbelgehäuse zu geben.

Reto Burkhalter
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Re: Verlustschmierung

Beitrag von Reto Burkhalter »

Sali Zäme,
diejenigen verlustgeschmierten Motoren die ich bisher zerlegt hatte oder als Schnittmodell gesehen habe, hatten nie einen Oilabstreifring, immer nur 2 oder 3 Kolbenringe. Es waren aber keine Ariel Motoren sondern immer MAG Motoren mit Gusszylindern. Da ich meine Motoren immer wieder gleich zusammengebaut habe wie ich sie vorgefunden habe, sind bei mir keine Oilabstreifringe in den verlustgeschmierten Motoren drin.

Bezüglich dem Oil gehe ich voll mit Harry einig. Ich fahre ebenfalls Einbereichs Midland SAE50, allerdings noch mit dem Hinweis dass es ein Nondetergent ist, also ein unlegiertes Oil. Dies Oil hält die Verschmutzungen nicht in der Schwebe sondern bildet einen Oildreckhaufen am Gehäuseboden, so dass die Schmutzteile nicht wieder in die Lager gepumpt werden. Weniger wichtig beim Verlustgeschmierten, sehr wichtig bei Umlaufschmierung wenn es keinen Oilfilter hat. Das Nondetergent hat zudem noch den Vorteil, dass es einen Oilnebel bildet, und somit auch höher gelegene Schmierstellen erreicht, also etwa Kipphebel in Zylinderköpfen, falls dort nur eine Stosstangenröhre hingeht, und keine Oilzuführleitung.
Bei den Tropfen mache ich auch etwa 6 Sekunden zwischen den Tropfen, würde wie Harry auch gerne die Zeit grösser machen, nur geht das bei mir nicht. Sobald ich meine Pilgrimpumpen ab diesem Punkt einen einzigen Klick weiter reindrehe, habe ich keine Tropfen mehr. Das ist dann definitiv zu wenig.
Vielen Gruss,
Reto Burkhalter

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Köbi Neukom
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Re: Verlustschmierung

Beitrag von Köbi Neukom »

Hoi Fredy,
an Frischöler-Motoren gehört weder ein Ölabstreif- noch ein Ölrücklaufring.

Fa. Moser in Olten bietet Öl an für solche Motoren:

"Osmaston" SAE 50, bildet spez. wenig Verkokung. ( siehe "wer, was, wo" FAM-Forum)

Gruss Köbi (Kolbenfressergeschädigter)

Harry Mischler
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Re: Verlustschmierung

Beitrag von Harry Mischler »

Hallo zämä

An meinem MAG 500IOE ist seit etwa acht Jahren einen Kolben drin mit Ölabstreifer und zwei Kolbenringen. Bis jetzt funktioniert das prima, auch wenn der Motor einmal sehr heiss läuft.
Deshalb würde ich , wenn der Kolben dafür vorgesehen ist, den Ölabstreifer montieren. Oder gibt es einen Grund den Ölabstreifer, wenn vorhanden, nicht zu montieren?

Grüsse Harry

michi
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Re: Verlustschmierung

Beitrag von michi »

Ciao,
also generell sind die heutigen Oelabstreiffringe nicht geeignet.Sehr viele Motoren wurden mit 3 Kompressionsringen oder 2 Kompressionsringen und ein L - Ring montiert. Dieser L - Ring ist ein Kompressionsring der unten eine kleine Nut aufweist wo ein ganz wenig das Oel abstreift. Diese L-Ringe kann man auch nachfertigen von einem gewöhnlichen Kompressionsring.
Wie von den anderen erklärt ist ein unlegiertes ganz einfaches Oel Sae 40 - oder 50 das beste. Wenn Du fährst muss immer eine ganz leichte blaue fahne vom Auspuff rauskommen. Die verlustschmierung basiert auf dem schleuderprinzip, also kein Oeldruck auf den Reibflächen, sondern nur was rumspritzt im Gehäuse. Viele Motoren haben ausserdem noch Bronce-Gleitlager die speziell genug Oel haben müssen. So muss das Oel nicht nur schmieren sondern auch die Gleitflächen kühlen die durch die reibung entsteht. Darum ist es sehr wichtig das genug Oel reintropft, also nicht sparen. Von den alten Büchern ist immer die Rede von dieser leichten blauen Fahne. Aber nicht zuviel. Wenn Du den Motor Kalt startest, lasse ihn schön warmfahren, den es braucht ein bisschen mehr zeit bis das Oel überal hinkommt.
Viel spass beim fahren
cordiali saluti
michi

Horex
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Re: Verlustschmierung

Beitrag von Horex »

Nun, Freunde und Kenner der "Verlustschmierung". Da sind einige Gedanken zusammengekommen und ich möchte mich für die "Anteilnahme" herzlich bedanken. Mein Motor hat auf der Steuerseite ein Gleitlager und gegenüber ein Kugellager. Das Pleuellager, ein zweireihiges Rollenlager, wird über das Gleitlager geschmiert. Ich hoffe, dass alles irgendwann zum laufen kommt....jeder ist für einen Augenschein ganz herzlich willkommen (Niederhasli, 8155)

Mit den besten Empfehlungen

Der FAM Bibliothekar, Fredy,

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